#3 Chance auf höhere Margen?

Sinkende Margen, zunehmender Konkurrenzdruck durch große Handelsketten und sogar der Lebensmitteleinzelhandel stellen den EU-Handel täglich vor neue Herausforderungen. Der Direktimport aus China kann hier eine alternative Antwort sein. Florian Clever, Geschäftsführer SourceIT - ein Münchner Einkaufsbetreuer für den chinesischen Markt - klärt die wichtigsten Voraussetzungen.

China hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und exportierte 2005 bereits Elektrogeräte im Wert von ca. 174 Milliarden US-Dollar. Bis 2010 soll China laut einer kürzlich veröffentlichten OECD-Studie Exportweltmeister sein. Ist also der Direktimport aus China die Lösung, um Margen zu sichern und wettbewerbsfähig zu bleiben? Sofern einige Voraussetzungen erfüllt sind und die sich ergebenden Risiken richtig kontrolliert werden, lautet die Antwort – ja!

Richtige Abnahmemengen

Das Wichtigste im Chinahandel ist die richtige Abnahmemenge. Die Lieferanten kalkulieren messerscharf mit Mindestordermengen, die der Importeur überschreiten muss. Wie viel das genau ist, hängt stark vom Produkt und dessen Wert ab. Gängige Mindestabnahmemengen sind 500 Stück, 1000 Stück oder sogar ganze Container. 6.000 bis 10.000 US-Dollar Nettowarenwert sind ein guter Richtwert, bei extrem billigen Kleinteilen selbstverständlich weniger.

Direktimporte bringen aber auch Risiken mit sich, welche finanzielle Belastungen nach sich ziehen, die weit über den reinen Warenwert hinausgehen. Denken Sie nur an das neue Elektro-Gesetz, und die daraus resultierende Elektroschrottverordnung und RoHS-Richtlinie, die die Beschränkung schädlicher Substanzen in Elektrogeräten vorschreibt. Alle Geräte sind von nun an bei der Stiftung EAR zu registrieren. Für Consumer-Geräte muss man auf die öffentlichen Entsorgungs- und Rücknahmeeinrichtungen zurückgreifen und sich entsprechend des Importvolumens an den Kosten beteiligen. Dazu kommen zusätzlich noch Bearbeitungsgebühren. Die RoHS-Richtlinie bedingt, dass der Lieferant nun nicht mehr nur die CE-Norm, sondern auch die RoHS-Richtlinie erfüllen muss.

Accessoires für Einsteiger

Für Einsteiger kann der Import von nicht-elektronischen Accessoires eine attraktive Alternative sein. Laptop-und Kamera-Taschen, Reinigungsmittel, Objektiv-Filter und viele andere kleine Zubehörs sind aufgrund einfacherer rechtlicher Rahmenbedingungen deutlich problemloser zu importieren und locken zumeist auch noch mit attraktiveren Margen als die sehr gängigen High-Tech-Artikel, die unter ständigem Preisdruck stehen. Neben den normalen Zusatzkosten sollte aber auch bedacht werden, dass im Importgeschäft immer wieder zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen müssen. Verspätet eingetroffene Ware macht, um die Kontrakte einhalten zu können, einen Zwischenkauf in Europa erforderlich oder mangelhafte Ware wirft Zusatzkosten bei Rücksendung oder Rechtsstreitigkeiten auf. Diese Anfangshürden können an einem Import aus China Interessierte mit einem erfahrenen Einkaufsberater umschiffen.

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Quelle: EZB, alle Angaben ohne Gewähr.

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