Verordnungen / 08.06.2007

REACH in Kraft getreten - immer noch unbekannt in China

Am 1.6.07 trat in der EU die neue Chemikalien-Verordnung REACH in Kraft. Aber viele chin. Produzenten & Exporteure sind sich darüber noch völlig im Unklaren...
Zhang Xiangchen, Generaldirektor der WTO Abteilung im chin. Handelsministerium (MOFCOM) zeigte sich besorgt darüber, dass viele chinesische Produzenten nach wie vor keine genauen Vorstellungen von den Anforderungen und Auswirkungen von REACH haben. Zhang bedauerte auch, dass sich die chinesischen Firmen in den letzten drei Jahren wenig involviert zeigten, als diese Verordnung vorbereitet wurde.
REACH steht für Registration, Evaluation, Authorization und Restriction of Chemicals. Die neue Verordnung trat am 1.6.07 in Kraft, gleichzeitig wurde in Helsinki die European Chemicals Agency (ECHA) gegründet. In Zukunft müssen sich alle Produzenten oder Importeure, die mehr als 1 Tonne einer Chemikalie produzieren/importieren, dort registrieren. Dabei wird die Beweislast in Zukunft umgedreht: Der Produzent/Importeur muss nachweisen, dass von der Substanz keine Gefährdung ausgeht bzw. eine entsprechende Dokumentation zur Verfügung stellen. Allerdings wird es bis zur vollen Entfaltung der Richtlinie noch ca. elf Jahre dauern. Ab 1.7.2008 ist eine Prä-Registrierung möglich - Firmen mit Volumina über 1000 Tonnen müssen bis 1.12. 2010 registriert sein, Firmen mit einem Volumen von einer bis 100 Tonnen erst ab 1. Juni 2018. Betroffen sind aber nicht nur die Chemikalien selbst, sondern teilweise auch Produkte, in denen diese enthalten sind. Genaue Kostenangaben und -schätzungen sind noch nicht vorhanden, man geht aber davon aus, dass sich die Importe aus China um ca. 5 % verteuern werden. Vor allem kleine und mittlere Anbieter sind benachteiligt, da Gebühren und administrativer Aufwand für diese Firmen relativ zu hoch sein könnte.
Das chinesische Handelsministerium bietet noch in diesem Jahr sechs Seminare an, um Produzenten über REACH zu informieren. Außerdem würde ein Helpdesk eingerichtet. Geplant ist auch die Eröffnung eines Labors in China um dort Sicherheitsüberprüfungen durchführen zu können. Produzenten außerhalb der EU müssen die Registrierung allerdings durch Agenturen vornehmen lassen.


HINWEIS: Wir werden demnächst im Bereich WISSEN einen umfassenden Artikel über REACH und die Auswirkungen für Sie bereitstellen.

Zölle / 07.06.2007

Indische Klage beunruhigt chinesische Seiden-Exporteure

Bereits 2005 hatte das indische Handelsministerium eine Anti-Dumping Untersuchung gegen chinesische Seiden-Exporteure eingeleitet. Im letzten November wurde dann als abschließende Maßnahme ein Referenzpreis von 1,662 USD bis 4,526 USD pro Quadratmeter festgesetzt. Allerdings war die Referenzpreisspanne 30% niedriger als die während den Ermittlungen erlassene vorläufige Preisspanne.  Dies zum Anlaß nehmend klagt nun eine Organisation, die der Regierung von Karnataka (südindische Provinz) untersteht, gegen das indische Handelsministerium. Der Ausgang dieses Prozesses wird in China mit Spannung erwartet, da Exporte nach Indien im Jahresvergleich aufgrund der anderen Maßnahme bereits um 12% abgenommen haben.

Messen / 06.06.2007

18. Harbin-Messe öffnet Mitte Juni

Über 10.000 ausländische Käufer erwartet
Vom 15.-19.6. findet die internationale Harbin-Messe für Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit in Harbin statt. Aufgrund der nähe zu Russland und Korea ist dieses Messe-Event vor allem auf Käufer aus diesen Regionen ausgerichtet. Erwartet werden rund 2.100 Aussteller, darunter 96 chinesische Premium-Marken. Auch Aussteller aus anderen Ländern, vor allem aus Russland, Japan und Süd-Korea, werden an der Messe teilnehmen. Die Organisatoren erwarten rund 10.000 Besucher, darunter auch viele Besucher aus Amerika und der EU. 200 der Fortune 500-Firmen haben Einkäuferdelegationen angekündigt, darunter Wal-Mart, General Electric, Citibank und Louis Dreyfus.

Zeitgleich mit der Messe wird das Auto-Forum - ein Forum zum Ausstausch zwischen chinesischen Produzenten und russischen Einkäufern - stattfinden.

Mehr Informationen auf der Seite des Veranstalters: http://www.00615.net/e14th/index.php

Messen / 06.06.2007

KMU Messe in Guangzhou

Vom 15.-18- September wird in Guangzhou die 4. KMU Messe (SME FAIR) stattfinden. Das Non Profit-Event soll KMUs aus China und dem Ausland als Marketing-Plattform dienen.
Mehr Infos auf der Webseite der Messe unter http://www.csmef.com.cn/web/eng/en/Index.htm

Rohstoffe / 04.06.2007

Maßnahmen zur Reduktion der Stahlexporte

In einem von den Wirtschaftplanern veröffentlichten Report werden Maßnahmen erläutert, mit denen die Exporte von niederwertigen Stahlprodukten beschränkt werden soll. Ziel der Maßnahme soll es sein, Energieverbrauch und Umweltverschmutzung zu reduzieren. Auf mehr als 80 Stahlprodukte werden Ausfuhr-Zölle zwischen 5% und 10% erhoben, manche Exportvergünstigungen werden ebenfalls gestrichen bzw. verringert. Der Bericht weist allerdings auch darauf hin, dass es dauern könne bis die Maßnahmen Wirkung zeigen, auch wegen der nach wie vor großen globalen Nachfrage.

Volkswirtschaft / 04.06.2007

Defizit der chin. Dienstleistungsbilanz gefallen

Letzte Woche gab das chinesische Handelsministerium bekannt, dass das Handelsdefizit bei Dienstleistungen 2006 um 3,9% auf 8,91 Milliarden USD gefallen sei.

Volkswirtschaft / 04.06.2007

Weltbank korrigiert Wachstumsprognose für China

Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für China für dieses Jahr von 9,6% auf 10,4% erhöht. Gleichzeitig warnte die Weltbank davor, dass der zunehmende Außenhandelsüberschuß ein zentrales ökonomisches Problem darstellt. Die Analysten begründeten die Korrektur der Wachstumsprognose damit, dass die Haltung der Regierung "weniger restriktiv als erwartet" sei und sich die Export-Chancen verbessert hätten.  Im ersten Quartal betrug das Wachstum des BIP 11,1% und damit 0,7% mehr wie im Vorjahreszeitraum. Laut Report macht die chinesische Wirtschaft aus makroökonomischer Perspektive trotzdem keinen überhitzten Eindruck, da Nachfrage und Angebot im selben Umfang wachsen und der Verbraucherpreisindex für Nicht-Lebensmittel immer noch eine Inflation von nur rund 1% aufweist.

Gesundheit / 04.06.2007

FDA-Warnung vor chinesischer Zahnpasta

Aufgrund der Entwicklungen in Südamerika hatte die FDA am 23.05.2007 eine Untersuchung chinesischer Zahnpasten eingeleitet. Am vergangenen Freitag gab die FDA nun eine Warnung heraus, da diese ca. 3-4% Diethylen-Glykol enthielten. Laut Joseph Famulare, einem Mitarbeiter der FDA, erlauben die Gesetze in den USA kein Diethylen-Glykol in Zahnpasten. Peking wies die Warnung zurück und kritisierte das Vorgehen der FDA als unwissenschaftlich: Chinesische Zahnpasten hätten eine FDA Zulassung und bei Beantragung wurden sämtliche Bestandteile, auch das Diethylen-Glykol, ausgewiesen. Chinesischen Studien zufolge haben außerdem höhere Anteile von Diethylen-Glykol keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Rohstoffe / 01.06.2007

Zinn-Exporte könnten abnehmen

Beijing Antaike Information Development Co. veröffentlichte gestern eine Meldung, der zufolge die Zinn-Exporte um bis 2010 um 28% einbrechen könnten. Als Hauptgrund wird dabei die größere Inlandsnachfrage angegeben. China ist zur Zeit der weltweit größte Produzent und Verbraucher des NE-Metalls. Die Analysten von Antaike gingen davon aus, dass die Netto-Exporte von Zinn, das in der Lötindustrie für elektronische Bauteile Verwendung findet, von heute 11.124 Tonnen auf 8.000 Tonnen bis 2010 zurückgehen werden.

Zölle / 01.06.2007

USA erhebt Anti Dumping-Zölle auf Hochglanz-Papier

Ab Mittwoch erhebt die USA Anti Dumping-Strafzölle auf Hochglanz-Papier aus China, Südkorea und Indonesien. Die Zölle werden laut US Handelsministerium bei 23,19-99,65% liegen. Bereits am 30.3.2007 hatte das US Handelsministerium Anti-Subventionszölle auf Hochglanzpapier angekündigt. Diese Zölle liegen zwischen 10,9% und 20,35% und sollen im August in Kraft treten.
Die Anti-Subventionszölle sind die ersten Anti-Subventionszölle, die die USA gegen eine "Nicht-Marktwirtschaft" wie China in 23 Jahren erheben. Die Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft werden eher als gering betrachtet, da das Exportvolumen des zweitgrößten chinesischen Exporteurs - Shangdong Chenming Paper Holdings Ltd. - mit den USA nur 4% beträgt.

Gesundheit / 01.06.2007

Warnung vor illegalen Lebensmittelexporten

Li Yuanping, Generaldirektor des Bureau of Imports and Exports Food Safety, betonte vor dem Hintergrund der aktuellen Skandale in den USA und Südamerika, dass China strenge Kontrollen bei den Lebensmittelexporten durchführt, dass aber einige Länder die Existenz chinesischer Ausfuhr- & Test-Dokumente in ihren Importregularien nicht vorschreiben. Laut Li ermöglicht dies illegale Importe. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass 56% aller von amerikanischen Behörden zurückgewiesenen Lebensmittel illegal aus China importiert wurden.

Gesundheit / 01.06.2007

Risiko-Zahnpasta aus China

Zeitgleich mit dem Report über die Todesfälle in Panama nahm Wei Chuanzhong, Verteter des Direktors der GAQSIQ, auch Stellung zu den Vorwürfen diverser Gesundheitsexperten, dass Zahnpasten, welche Diethyl-Glykol enthalten, gesundheitsgefährdend sind. Kürzlich wurden tausende Tuben Mr. Cool und Excell Zahnpaste in der Dominikanischen Republik, Panama, Costa Rica und Nicaragua beschlagnahmt, weil diese 2,5-4,6% Prozent Diethyl-Glykol enthielten. Wei wies die Vorwürfe zurück und behauptete, dass in Studien chinesischer Ärzte keine negative Langzeitwirkung festgestellt werden konnte - selbst bei Anteilen von 15,6% nicht. Die Behörde möchte dennoch Handlungsempfehlungen geben, um in Zukunft den Anforderungen an die Gesundheit Rechnung zu tragen.

Gesundheit / 01.06.2007

Vorfälle in Panama: Wer trägt die Verantwortung?

Die Verwendung einer giftigen Chemikalie in Medizin-Produkten hat in Panama letztes Jahr zu mindestens 100 Todesfällen geführt.

Gestern nahm Wei Chuanzhong, Vertreter des Leiters der General Administration of Quality Supervision, Inspection and Quarantine (GAQSIQ) Stellung zu dem Thema:

  • 2003 wurden 11.349 Kilogramm TD Glyzerin nach Spanien verkauft, bevor die Produkte im selben Jahr nach Panama weitergeleitet wurden. Dieses kann für industrielle Zwecke als Ersatz für Glyzerin verwendet werden. Das TD Glyzerin enthielt dabei 15% Diethyl-Glykol, ein industrielles Lösungsmittel, welches auch in Farben und Frostschutzmitteln Verwendung findet. Glyzerin hingegen ist teurer und findet oft Verwendung in Medizin oder Zahnpasten.
  • Der Händler aus Panama labelte das Produkt in "reines Glyzerin" um, verlängerte das Haltbarkeitsdatum um drei Jahre und verkaufte es an einen Hustensaft-Hersteller. Als das Produkt dann zum Einsatz kam, war es bereits zwei Jahre abgelaufen.
  • In den Exportpapieren des chinesischen Lieferanten wurde auf den rein industriellen Anwendungszweck des Produkts hingewiesen.

Wei Chuanzhong gibt die Hauptverantwortung damit den Händlern aus Panama. Die Untersuchungen zu diesem Vorfall wurden letzten Oktober aufgrund einer offiziellen Anfrage aus Panama in die Wege geleitet.

Volkswirtschaft / 31.05.2007

Zahlen zum Außenhandelsüberschuss

Nach einem Bericht der National Development and Reform Commission könnte Chinas Außenhandelsüberschuss in diesem Jahr 250-300 Milliarden USD betragen. Der Bericht betont auch, dass es, auch wenn die Regierung Anstrengungen dahingehend unternimmt, kurzfristig schwierig sein wird, diesen großen Überschuss zu verringern.

Rohstoffe / 30.05.2007

Neue Ära für die chinesische Eisen- & Stahlindustrie

Die Eisen- und Stahlindustrie ist seit dem Beginn der Planwirtschaft einer der Pfeiler der industriellen Entwicklung in China. Die Produktion wurde immer weiter aufgestockt, was zur Folge hatte, dass China seit 1996 der weltgrößte Stahl-Produzent ist. Die neuen Wirtschaftspläne sehen aber gravierende Veränderungen vor. Mit Hilfe neuer Technologien sollen weniger Ressourcen verbraucht werden und somit auch zum Umweltschutz beigetragen werden. Dieser Beschluss wurde vom chinesischen Kabinett Ende April getroffen. Noch in diesem Jahr soll die Produktion um 30 Millionen Tonnen Eisen und 35 Millionen Tonnen Stahl gekürzt werden. Dabei geht es lediglich um die Kürzung sogenannter "unterentwickelter" Produktionskapazitäten. Vor 2010 sollen dadurch insgesamt 100 Millionen Tonnen Eisen und 55 Millionen Stahl weniger produziert werden. Experten gehen davon aus, dass dieser Beschluss der Startschuss für eine neue Kapitalbeschaffung auf den Finanzmärkten der zum größtenteils bereits gelisteten Produzenten ist. Die Unterstützung der Regierung beschränkt sich dabei auf die zehn größten Stahlproduzenten - mit dem Ziel, diese Zahl auf fünf oder sechs zu verringern. Bis 2010 soll auch der Kohleverbrauch von 760 Kilogramm pro produzierter Tonne auf 730 Kilogramm sinken, ebenfalls auch der Frischwasserverbrauch von 12 Tonnen auf sechs Tonnen.
Im letzten Jahr produzierte China bei einem Verbrauch von 384 Millionen Tonnen 420 Millionen Tonnen Eisen und Stahl. Damit trug die Produktion 3,14% zum BIP bei, verbrauchte dabei aber 15% der gesamten Energie, verursachte 10% des industriellen Abwassers, 15% des Industriestaubs und 10% der Schwefeldioxid-Emissionen. Durch die Reduktion der unterentwickelten Industriezweige soll die Umweltbilanz der Produktion nachhaltig verbessert werden, so der der Vize-Premier Zeng Peiyan. An dieser Stelle soll auch dem 11. Fünfjahresplan Rechnung getragen werden, der eine Reduktion von 20% des Energieverbrauchs und 10% der Verschmutzung pro Punkt des BIP vorsieht. Die Reformen sollen ferner dazu beitragen, dass in Zukunft mehr hochqualitativer Stahl produziert wird - denn in diesem Bereich ist China nach wie vor stark von Importen abhängig, während die Produktion von minderwertiger Qualität den Bedarf bei weitem übersteigt.

Landwirtschaft / 30.05.2007

Inflationsgefahr durch hohe Eier- und Schweinefleisch-Preise

Es wird befürchtet, dass die nach wie vor sehr hohen Preise für Schweinefleisch und Eier demnächst auch zu Veränderungen des Verbraucherpreisindex führen werden. Die Großhandelspreise für Schweinefleisch stiegen im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 43,1% - im Einzelhandel führte das zu Preissteigerungen von 29,3%. In Shanghai erreichten die Großhandelspreise damit ein 10-Jahreshoch bei 16 Yuan pro Kilogramm. Im Mai und Juni könnten die hohen Preise für Schweinefleisch und Eier dazu führen, dass der Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 3% ansteigen könnte - und damit stärker als erwartet. Goldman Sachs Asia hat seine Prognose für die kommenden Monate entsprechend von 2,6% auf 3,6% erhöht. Experten hoffen, dass sich die Lage im Juli wieder entspannt.

Landwirtschaft / 30.05.2007

Aufhebung der Handelsbeschränkungen für Hühnchen gefordert

Gestern forderte Li Yuanping, Leiter des Import-Export-Amtes für Lebensmittelsicherheit, die Aufhebung von EU- Handelsbeschränkungen auf gekochte Hähnchenprodukte. Er betonte, dass es bei den Export-Produkten keine Fälle von Vogelgrippe gegeben habe. Letzten Dienstag hatte Robert Madelin, der Generaldirektor für Gesundheit und Verbraucherschutz der europäischen Kommision, auf einer Konferenz in Peking bereits angekündigt, dass die Kommision Anfang Juni gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten ein Verfahren einleiten wird, um diese Beschränkungen aufzuheben. Eine Entscheidung könne im Herbst erwartet werden, so Madelin weiter. Sowohl Li als auch Madelin zeigten sich zufrieden mit den Bemühungen Chinas, die Lebensmittelqualität weiter zu verbessern und nachhaltig sicherzustellen. Als Anzeichen für die gute Qualität der chinesischen Produkte wertete Li auch die Zunahme der Exporte nach Japan - und das obwohl in Japan seit letztem Mai die weltweit strengsten Auflagen gelten, was die Beschränkung von Spurenelementen in Lebensmitteln betrifft.

Arbeitsmarkt / 30.05.2007

Aufwertung des Yuan könnte Millionen Arbeitsplätze in China gefährden

Eine Studie des Institute of Labour Science prognostiziert, dass eine Yuan-Aufwertung von 5-10% Aufwertung ca. 3,5 Millionen Arbeitsplätze in der Industrie und ca. 10 Millionen Arbeitsplätze in der Landwirtschaft vernichten könnte. Der Jobverlust resultiert aus sinkenden Exporten und verbilligten Importen. Gerade der Textil-, Bekleidungs-, Schuh-, Spielzeug- und Motorrad-Industrie würde die Aufwertung am meisten schaden. Die genannten Industrien sind allesamt sehr arbeitsintensiv und stark exportabhängig.  Am schlimmsten betroffen wären die Bekleidungs- und Motorrad-Industrie, da hier kaum importierte Waren in der Wertschöpfungskette vorhanden sind. Andere Industrien sind durch verbilligte Importe von Teilen weniger stark belastet durch die Aufwertung. Im besten Falle verlangsamt sich in den betroffenen Bereichen nur die Wachstumsrate, im schlimmsten Fall jedoch schrumpfen diese Industrien und es könnten 3,5 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen. Vor allem die Landwirtschaft wird durch billigere Importe und einen Rückgang der Exporte gefährdet. Vor allem die Produkte Baumwolle, Sojabohnen, Winter-Weizen und Mais wären gefährdet. Laut Experten sind in diesen Bereichen jedoch gut 100 Millionen Landwirte tätig und nur jeder Zehnte könnte evtl. durch die Aufwertung betroffen sein.

Rohstoffe / 28.05.2007

Shanghai veröffentlicht NE-Metall Preisindex

Gestern hat die Shanghai Nonferrous Metals Trade Association (SNTA) angekündigt, ab heute täglich einen Preisindex für NE-Metalle zu veröffentlichen. Dieser soll der Wirtschaft, Investoren und der Regierung als zuverlässiger Indikator dienen. Der Index, kurz SMMI, soll auf den Kassakursen von Kupfer, Aluminium, Nickel, Blei, Zink und Zinn - wie auf der Shanghai Nonferrous Metals Webseite veröffentlicht - basieren. Die einbezogenen Metalle decken über 90% des gesamten chin. NE-Metall Outputs ab. Das Referenzniveau von 1000 basiert auf den Kassakursen der Metalle am 1.4.2003. Zur Eröffnung wird damit ein Kurs von über 3000 Punkten erwartet. Die Gewichtung der einzelnen Metalle erfolgt dabei auf Grundlage von statistischen Daten des Zolls und der chinesischen Statistikbehörde. Die Gewichtung soll alle zwei Jahre angepasst werden, um Entwicklungen in der Branche Rechnung zu tragen. Vergleichspreise werden von 105 Unternehmen, darunter Produzenten, Industrie und Händler, zur Verfügung gestellt.

Kommentar von sourceit: Den Tageskurs des SMMI können Sie unter http://www.smm.com.cn/index.php einsehen (Achtung chinesischer Kurs oben rechts).

Rohstoffe / 28.5.2007

Großes Gasfeld entdeckt

In Sichuan wurde ein Gasfeld mit gesicherten Vorkommen in Höhe von 244 Milliarden Kubikmetern entdeckt. Damit vergrößern sich die gesicherten Reserven in dieser Region auf 600 Milliarden Kubikmeter.
Damit löst das Gasfeld im Westen der Provinz Sichuan Sulige (Innere Mongolei) als größtes Gasfeld Chinas ab. Bis 2010 will China seine Gasproduktion auf dann 92 Milliarden Kubikmeter pro Jahr nahezu verdoppeln - der Bedarf wird bis 2010 auf über 100 Milliarde Kubikmeter geschätzt. Die Botschaft über das neu gefundene Gasvorkommen folgt der Bekanntgabe, dass in der Bohai-Bucht in Nordchina ein riesiges Ölfeld mit Vorkommen von ca. 7,35 Milliarden Barrel gefunden wurde, nur wenige Tage.
Das neue Gasfeld in der Gegend von Dazhou wird dem Parteisekretär der Stadt zufolge maßgeblich zur Entwicklung Dazhous als Gas- und Chemie-Zentrum beitragen.

Rohstoffe / 26.5.2007

Kupfer-Futures fallen um 2,3%

Bis Freitag Mittag sind die Kupfer-Futures an der SHME um knapp 4 % auf 2.440 RMB gefallen. Bis zum Handelsschluss hatte sich der Kurs auf 61.790 RMB / Tonne erholt - ein Minus von "nur" 2,3%. Bereits am 24.5 waren die Preise in London (LME) unter die Marke von 7.000 USD gefallen. Analysten zufolge folgten die Märkte in Shanghai dem Abwärtstrend in London, der vor allem darauf zurückzuführen sei, dass die lokalen chinesischen Händler immer höhere Lagerbestände hätten. Seit Februar sind die von der SHME überwachten Lagerbestände in der Tat um 400% auf nun über 100.000 Tonnen gestiegen. Im letzten Monat hat China dabei laut Zollstatistik 186.212 Tonnen Kupfer importiert. Ma Qian, Analyst von Jin Yuan Futures, geht von einem anhaltenden Abwärtstrend aus, auch wenn die Preise kurzfristig wieder anziehen könnten.

Landwirtschaft / 26.5.2007

Blühende Geschäfte in Shuyang County

Xinhe und Yanji in Shuyang County in der Provinz Jiangsu sind Zentren der Blumen-Industrie in China. 90% der Einwohner der beiden Städte sind in dieser Branche tätig. 2006 betrug der Output der Gegend 2,4 Milliarden Yuan. Als eines der größten Zentren für Blumen- und Pflanzenzucht werden hier auch Produkte für ausländische Märkte produziert. Nachrichtenberichten zufolge sind vor allem getrocknete Blüten aus dieser Gegend in den USA und Deutschland sehr gefragt.

Finanzen / 26.05.2007

Wechselkurs könnte in breiterem Band schwanken

Vizepremier Wu Yi äußert sich in Washington zu der aktuellen Wechselkursreform.
"Ich glaube, dass mit den Veränderungen am Markt die Bandbreite, mit der der RMB um den USD schwanken kann, ständig erhöht wird", so Wu bei einem Bankett in Washington. Allerdings betonte der Vizepremier gleichzeitig auch, dass der Wechselkurs in einem vernünftigen Maße stabil gehalten werden solle. Die Amerikaner fordern seit langem eine stärkere Aufwertung des RMB, da sie den Wechselkurs und die billigen Importe aus China maßgeblich für ihr Handelsbilanzdefizit verantwortlich machen.
Seit dem Beginn der Reform im Juli 2005 hat der RMB gegenüber dem US Dollar 8,1% an Wert gewonnen. Erst am 21.5.2007 hat die People`s Bank of China das Intervall, mit der der RMB täglich um den festgesetzen Referenzkurs schwanken darf, von 0,3% auf 0,5% erhöht. Die Märkte erwarten dadurch eine aggressivere Aufwertung. Stephen Green, Volkwirt bei der Standard Charted Bank, erwartet im Laufe des Jahres 2007 trotzdem nur eine Aufwertung von ca. 4%. Bis wann die Reform abgeschlossen sein soll und der RMB völlig frei handelbar ist, bleibt hingegen weiter offen.

Rohstoffe / 25.05.2007

Eier- und Schweinefleisch-Knappheit

Sinkende Produktion, steigende Kosten und steigende Nachfrage führten in den letzten Wochen zu extremen Preissteigerungen bei Schweinefleisch (+43% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und Eiern (+31 Prozent). Experten erwarten einen Preisrückgang in den nächsten Wochen, sobald sich die Versorgungslage gebessert hat.

Rohstoffe / 25.05.2007

Chinesisches Joint Venture der Stahlproduzenten

Vier der fünf größten chinesischen Stahlwerke gründeten ein Joint Venture, um ausländische Eisenerzvorkommen zu erschließen.
Wuhan Iron and Steel Group Corp., Baosteel, Shougang Group und Anshan Steel Co. Ltd haben am Mittwoch ein Joint Venture gegründet. An dem Joint Venture hält Wuhan Iron 50%, Baosteel 20% und Shougang sowie Anshan je 15%.

Hotellerie / 24.05.2007

Inlandsmarkt wächst stark

Der chinesische Inlandsmarkt für Hotel- und Catering-Equipment ist in den ersten fünf Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ca. 18% gewachsen. Das Volumen betrug damit knapp 388 Milliarden Yuan.

Messen / 24.05.2007

Erste BioFach in Shanghai

Vom 31.5-2.6 findet in Shanghai die erste BioFach China 2007 statt.
Organisiert vom China Green Food Development Center und der Messe Nürnberg findet in knapp einer Woche die erste BioFach auf chinesischem Boden statt. Die Messe ist gleichzeitig die erste chinesisch-ausländische Messe zum Thema biologische Lebensmittel. Erwartet werden 195 Aussteller aus den unterschiedlichsten Ländern, die auf der Messe ihre Produkte zeigen. Glaubt man Guo Chunmin, Sprecher der Messeleitung, soll die chinesische Bio-Industrie in drei bis fünf Jahren mit ca. 30% pro Jahr wachsen.

Außenhandel / 24.05.2007

Sino-australische Verhandlungen über Freihandelsabkommen

In einem Exklusivinterview für China Daily sprach Geoff Raby, australischer Botschafter in China, über die andauernden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen China und Australien. Die Staaten hatten bereits vor zwei Jahren mit dem Diskurs begonnen, laut Raby ist aber immer noch kein Durchbruch in Sicht. Australien ist zur Zeit das größte Land, mit dem China über den Abschluss eines Freihandelsabkommens diskutiert. Zur Zeit hat Australien als eines der wenigen Länder bereits ein Freihandelsabkommen mit den USA, wohingegen China erfolgreich Freihandelsabkommen mit Chile, Pakistan, Jordanien und Thailand geschlossen hat.

Textilien / 19.04.2007

Preiserhöhungen auf Canton Fair

Chinesische Textil-Fabrikanten haben ihre Preise zur Canton Fair um 5-10% erhöht.

Ausschlaggebend für diese Preiserhöhungen sind weitere geplante Kürzungen bei der Export-Mehrwertsteuerrückvergütung, steigende Lohnkosten und die laufende Aufwertung des RMB. Vermutungen zufolge wird im Laufe des Jahres 2007 die Mehrwertsteuerrückvergütung um weitere 2-4% gekürzt. Lieferanten erhalten dann nur noch ca. 9% von 17 möglichen zurück. Neben dieser Kürzung nehmen die Lieferanten mit dieser Preiserhöhung auch eine 2%-Aufwertung des RMB bis zum Jahresende vorweg. Der Rest der Preiserhöhung dient zum Ausgleich der gestiegenen Lohnkosten.

Aktuelle Tageskurse

Quelle: EZB, alle Angaben ohne Gewähr.

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