Welche Neuigkeiten gibt es rund um Sourcing in China?

Sourcing in China ist für uns tägliche Praxis. Mit unseren Büros in Deutschland und China sind wir mitten im Geschehen und erfahren aus erster Hand, was den Markt bewegt. Besonders interessante Nachrichten finden Sie in loser Folge auf dieser Seite.

About sourceit / 19.04.2010

Cooperation between sourceit and Tradeland

Tradeland has become a major player in the economic collaboration between China and Hungary. They have offices and representatives in Budapest, Shanghai, Shenzhen, Hanoi and Giessen and count several well-known Hungarian and Chinese companies amongst their partners. Their main service fields are consulting, sourcing services, sales and marketing. Now, sourceit engages into a close cooperation with Tradeland.
Following a few months’ negotations sourceit GmbH and Tradeland Ltd. have joined hands to strengthen their positions in Asia and Europe. As both companies possess over 10 years experience in Asian countries, we are confident that our joint resources, know-how and experience will provide an excellent opportunity to support our European clients in China, South-east Asia and India. This cooperation will enable us to provide our Asian clients consulting and marketing services and business opportunities both in Western- and Central-Europe on a larger and broader scale than before. We are looking forward to the exciting developments and challenges that may lie ahead of us!

Pressemeldung / 25.08.2009

Sourceit in Indien – Die sourceit GmbH ist nun auch in Indien für ihre Kunden am Zahn der Zeit

Am 01.08.2009 gründete die sourceit GmbH ihre erste eigene Niederlassung in Indien und kann die Beschaffung ihrer Kunden nun auch von einem Büro in Indien aus in der gewohnten sourceit-Qualität betreuen.
„Nur“ mit den Beschaffungsmärkten Greater Chinas zu arbeiten ist in der heutigen globalisierten Welt bei der Realisierung maximaler Gesamtkostenvorteile oft schon nicht mehr effizient genug. Zunehmend müssen und dürfen auch andere asiatische Länder bedacht werden, allen voran Indien.  Deswegen feierte die sourceit GmbH im August 2009 die Eröffnung ihrer ersten indischen Niederlassung und ist damit in einem weiteren Beschaffungsmarkt direkt mitten im Geschehen.

Geleitet wird das indische Büro von Herrn Prasad Nagool, der nach seinem Maschinenbaustudium und mehr als 20-jähriger Berufserfahrung zuletzt als Produktmanager in der Geschäftseinheit TAL Manufacturing Solutions bei Tata Motors tätig und dort u.a. verantwortlich war für die vertikalen Bearbeitungszentren (VMC). Nun stellt er als Manager des sourceit-Büros Indien sicher, dass der von sourceit geregelte Beschaffungsprozess auch für Indien so umfassend betreut wird wie der für China durch den dortigen Manager Herrn Sebastian Maling.

Das indische Büro der sourceit GmbH befindet sich in Thane:
3rd Floor Hosh Banoo Mansion
Gokhale Road, Naupada 
Thane (West)
India 400 601
Telefonnr.: 0091 98 92 52 545
E-Mail: india@sourceit.de

Kontaktperson:
Daniela Schießer
E-Mail: ds@sourceit.de

Über sourceit
Die sourceit GmbH betreut als Dienstleister Unternehmen, die ihre Beschaffungsprozesse nach Asien auslagern. Sie unterstützt sowohl komplett als auch punktuell beim Einkauf in Asien und sorgt unter anderem durch die gründliche Auswahl und Entwicklung von Lieferanten, der Verhandlung durchsetzungsfähiger Verträge und dem Projekt-Follow-Up vor Ort dafür, dass das Maximum an Vorteilen  der Auslagerung der Beschaffung nach Asien realisiert werden kann.

Wissen rund um Indien / 01.08.2009

Kampf der Milliardenstaaten China und Indien – wer verkauft (sich) besser?

Im 15. Jahrhundert brach Christopher Columbus auf, um zur Vereinfachung des Gewürz-handels einen Seeweg nach Indien zu erschließen. Marco Polo reiste wegen des wertvollen chinesischen Stoffes auf der Seidenstrasse (vermeintlich) von Europa nach China. Wie man sieht, ist das Thema “Beschaffung aus Asien” kein Phänomen der Moderne, sondern wird von Kaufleuten schon seit Jahrhunderten praktiziert.
China hat sich bis zum heutigen Tage zur “Fabrik der Welt” entwickelt: Spielzeug, Elektronik, Bekleidung – alles kommt aus China. Aber welche Chancen bietet Indien dem Einkäufer von heute? Wie weit ist Indien entwickelt?
Ein Blick in indische Zeitungen verrät recht genau, mit welcher Herausforderung Indien derzeit am meisten zu kämpfen hat: der Infrastruktur. Diese ist im Vergleich zu China noch sehr unterentwickelt, wozu die im Land vorherrschenden politischen Probleme – besonders die Korruption – einen großen und unrühmlichen Beitrag leisten. Diese Probleme wirken sich natürlich auch auf die indische Wirtschaft und insbesondere die lokalen Unternehmen aus.
Die Time of India – die größte nationale englische Tageszeitung des Landes – berichtete im August 2009 bspw. darüber, wie der Staat Maharatscha, in dem die Ballungszentren Mumbai, Pune, Thane und auch Rising Stars wie Nagpur liegen, 22% seiner gesamten Stromer-zeugung durch Infrastruktur und Zustellprobleme (inkl. illegaler Netzentnahme) verliert.  
Der Status Quo der Investitonsprojekte der Eisenbahngesellschaft spricht die selbe Sprache: Diverse geplante und verabschiedete Millionenprojekte wurden noch immer nicht realisiert. Die Eisenbahnwerke, Wartungsanstalten und Reparaturstationen sind entweder noch nicht einmal im Bau oder aber bereits fertig und noch nicht in Betrieb.
Die Probleme im Infrastrukturellen zeigen sich auch im Bereich der Politik: Trotz anderslautender Planung ist auch acht Monate nach den Terroranschlägen von Mumbai noch keine Anti-Terror Taskforce und kein Eingreiftrupp verfügbar. Bis dato wurde noch nicht einmal eine kugelsichere Weste gekauft – obwohl Mumbai vor kurzem eine Lieferung an Gratismustern erhalten hat.
Mit welchen Herausforderungen ist Indien derzeit noch konfrontiert? Lesen Sie selbst.

Versorgungsengpässe in der Elektrizitätsversorgung:
Indiens Elektrizitätsversorgung weist eine Besonderheit auf, die beachtet werden muss: Die einzelnen Industriegebiete werden nur an sechs Tagen der Woche mit Strom beliefert. Und das gilt für alle Unternehmen – auch für die Großen wie Tata Motors. Der durch die Abschaltung verursachte “Zwangsfeiertag” ist dabei abhängig von der Gegend, in der die Fabrik liegt. In Pune gibt es bspw. jeden Donnerstag keinen Strom, in der Gegend um Mumbai / Thane am Freitag. In Nashik stehen die Produktionen am Samstag still. Zusätzlich kann es in Indien auch an anderen Tagen zu sporadischen Ausfällen kommen, v.a. während der Monsunzeit.
Viele indische Geschäftsmänner haben darauf schon längst reagiert und sich mit Generatoren zur Überbrückung der kurzfristigen Ausfälle eingedeckt. Auch Privatleuten werden Generatoren von eifrigen Werbern und Geschäftsleuten angepriesen, denn von den spontanen Stromaus-fällen sind natürlich auch Privathaushalte betroffen.
In China sind dagegen nur kleinere, abgelegene Industriegebiete von regulären Stromabschaltungen betroffen und auch gegen die Witterung ist die chinesische Energieversorgung schon besser gewappnet. Die Kosten für den Strom sind in beiden Ländern jedoch vergleichbar: Mit ca. 0.10 – 0.15 USD / kWh zahlt man in Mumbai/Pune durchschnittlich in etwa so viel wie Unternehmen im Großraum Shanghai (gesehen als Mittel zwischen Tages- und Nachtrate).

Mangelnde Verkehrsinfrastruktur:
In den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich in Indien viel getan: Privatunternehmen initiierten den Bau von (mautpflichtigen) Highways wie der zwischen Mumbai und Pune. Auch wenn die Qualität des Expressways noch lange nicht mit einer deutschen Autobahn vergleichbar ist und gerade während der Regenzeit oftmals die ein oder andere Spur aufgrund von Gerölllawinen gesperrt ist, ist es doch eine der schnellsten Landverbindungen in Indien. Auch von Mumbai nach Nashik wurde vor knapp einem Jahr eine neue, größtenteils zweispurige Straße gebaut. Die knapp 200 Kilometer können nun in schnellstensfalls vier Stunden zurückgelegt werden – verlässt man Mumbai zur Rush-Hour können daraus aber auch schnell sechs oder mehr Stunden werden.
Die großen Verbesserungen innerhalb der letzten neun Jahre dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Infrastruktur Indiens auch in Großstädten wie Mumbai und Delhi immer noch unterentwickelt ist. Die Qualität der Straßen ist schlecht – selbst die neu gebauten leiden nach kürzester Zeit unter den Wassermassen des Monsuns. Zu allem Überfluss werden neue Bauvorhaben aufgrund der politischen Probleme nur langsam umgesetzt. Zwar sind die indischen Mautgebühren bedeutend niedriger als in China (wo die Straßenmaut selbst im europäischen Vergleich hoch ist), dafür aber auch die Logistik-Probleme noch um einiges größer. Zu diesen Problemen hinzu kommen noch die “typischen Merkmale” eines Entwicklungslandes wie alte und vollkommen überladene Fahrzeuge, die den Straßenbelag überbeanspruchen. Natürlich ist davon auch China betroffen – mit infrastrukturellen Problemen hat China heute jedoch nur noch im Westen des Landes zu kämpfen.

Mangelnde und teure Finanzierungsmöglichkeiten in Indien:
China investiert sehr viel in das Wirtschaftswachstum. Ende 2008 beschloss bspw. der chinesische Staat, die Kreditvergabe an Unternehmen zu erleichtern und hat Banken dazu aufgefordert, mehr “schlechte” Kredite zu akzeptieren. Angesichts der Kreditkrise als Ursache der derzeitigen weltweiten Rezession mag dies zwar verwunderlich klingen, aber die Wirtschaftsteilnehmer Chinas haben dadurch die Möglichkeit, Unternehmenskredite zu günstigen Konditionen von um die 5 % (je nach Sicherheit, Kredithöhe und Laufzeit) genehmigt zu bekommen. In Indien ist dies nicht möglich, hier müssen Unternehmen  um einiges tiefer in die Tasche greifen. Zinssätze von um die 14 % sind keine Seltenheit. Eine logische Konsequenz daraus ist, dass die Anschaffungskosten für Maschinen und auch die kalkulatorischen Maschinenstundensätze aufgrund solch hoher Zinssätze steigen. Ein weiterer Stolperstein für indische Investoren ist, dass die wirtschaftliche Entwicklung Indiens derzeit nicht so stringent und schnell verläuft wie die chinesische. Gerade auf dem Binnenmarkt ist die Auftragslage sehr wechselhaft, was die Planungssicherheit bedeutend erschwert. Da viele Branchen in Indien im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz weniger stark exportorientiert und damit stark abhängig von der Binnennachfrage sind, treffen lokale Schwankungen viele der Unternehmen unverhältnismäßig stark. Ein kleines Beispiel: Ein indischer Produzent für Kugellager-Gehäuse, der nur den Binnenmarkt beliefert, produzierte im letzten Quartal durchschnittlich 200.000 Gehäuse pro Monat - im Quartal zuvor waren es im Durchschnitt nur 50.000 Gehäuse. Die Schwankungen und damit fehlende Planungs-sicherheit hat auch noch einen weiteren Effekt: Der Maschinenstock ist deutlich älter ist als in einem vergleichbaren chinesischen Unternehmen. In Kombination mit dem geringeren Binnenwachstum führt dies dazu, dass Indien als Abnehmermarkt für Maschinen derzeit ein weniger wichtiger Markt ist als China und in Indien damit viele der ausländischen Firmen nicht oder nur unzureichend vertreten sind – was wiederum zu Problemen mit dem Service ausländischer Maschinen führt und somit technisch optimales Equipment oft keine ökonomisch sinvolle Investition ist.
Wie man sieht, ist ein Problem mit dem anderen verknüpft und es wird – genauso wie in China vor etwa zehn Jahren auch – einige Zeit dauern, diesen Komplex zu entwirren, damit Indien den selben (bzw. um die Fehler Chinas bereinigten) Weg wie China einschlagen kann. Trotz der aufgeführten Nachteile haben indische Unternehmen im Wettbewerb zu China jedoch auch einige Vorteile, die auch auf dem noch etwas rückläufigen Entwicklungsstatus basieren.

Lohnnebenkosten:
Seit dem 01.01.2008 gilt in China ein neues Arbeitsgesetz, laut dem der Arbeitgeber dazu verpflichtet ist, Sozialversicherungen für die Angestellten zu bezahlen. Dies stellt für die chinesischen Arbeitgeber mit 44 % Arbeitgeberanteil auf den Bruttolohn eine hohe Belastung dar. Zwar existiert ein gewissen Höchstsatz, dieser ist jedoch so hoch, dass die Arbeiterlöhne diesen nie überschreiten.
Man kann davon ausgehen, dass - außer in den stark kontrollierten Ballungsgebieten der Ostküste - viele kleinere Unternehmen in China der Gesetzgebung hier nicht folgen. In Indien hingegen sind erst Unternehmen ab 20 Mitarbeitern zur Zahlung von Sozial-leistungen in Höhe von knapp 13 % verpflichtet, was für Arbeitgeber deutlich niedrigere Löhne bedeutend und in niedrigeren Stundensätzen resultiert.

Mitarbeiterloyalität:
Erst kürzlich hatte Herr Maling die Möglichkeit, sich auf dem Betriebsgelände von Tata in Pune mit Mitarbeitern von Tata Motors zu unterhalten. Von den vier Managern, mit denen Herr Maling dort gesprochen hatte, arbeitete derjenige mit der kürzesten Betriebszugehörigkeit schon seit 13 Jahre für das Unternehmen. Zwar ist Tata ein besonders populärer Arbeitgeber und die Mitarbeiter verbleiben dort länger als im Industriedurchschnitt, der Durchschnitt liegt jedoch immer noch zwischen drei und vier Jahren. In China dagegen ist das Phänomen “job hopping” weit verbreitet: Mitarbeiterfluktuationen von bis zu 10% pro Monat sind leider keine Seltenheit und nur selten verbleibt ein Mitarbeiter länger als zwei Jahre in einem Unternehmen. Vielleicht ist zum Teil die Einstellung der Arbeitgeber in Indien für die Loyalität ihrer Mitarbeiter mitverantwortlich, aber vor allem ist es die weniger rasante wirtschaftliche Entwicklung und die damit verbundenen geringeren Möglichkeiten auf dem indischen Arbeitsmarkt.
Bezüglich des Brutto-Gehaltsniveaus gibt es in Indien und China keine pauschalen Unterschiede, dieses ist je nach Branche und Qualifikation ähnlich. Im Durchschnitt verdient bspw. ein CNC-Operator, der an anspruchsvollen Maschinen arbeitet und die Auflage hat, diese sorgsam zu behandeln, sowohl im Großraum Shanghai als auch in der Region Mumbai / Pune ca. 200 EUR brutto pro Monat.
Der größte Unterschied zwischen indischem und chinesischem Personal sind jedoch Erfahrung und Produktivität, wie der folgende Absatz zeigen wird.

Mitarbeiter - Erfahrung und Engineering Know how:
Heutzutage werden oft eher Schlagworte wie “Programmierer” und “outgesourcte Call-Center” als “Curry und Teehandel” mit Indien assoziiert. In Indien werden nicht nur hervorragende Informatiker, sondern auch erfahrene und gute Ingenieure auf anderen Gebieten, wie z.B. Fabrik-automatisation, Metallverarbeitung und Metallurgie, ausgebildet – um nur einen kleinen Auszug zu nennen.
Ein kleines Beispiel: Können Sie sich in China einen dreiköpfigen Galvanikbetrieb mit halbautomatischer Galvanikstraße und einem 50-jährigen Metallurgen als Chef vorstellen, der 30 Jahre Berufserfahrung hat und mit Ihnen kompetent über Bädertemperatur, Spannungsparameter und importierte Chemikalien fachsimpelt? Nein? Nun, in Indien ist dies keine Ausnahme. Selbst in kleinen und Kleinstunternehmen findet sich erfahrenes Personal mit profundem technischen Verständnis und einer soliden Ausbildung. Während die chinesische Regierung jahrzentelang versucht hat, die Bevölkerung durch eine Ausbildung im Sinne der Regierung klein zu halten und das Land gänzlich isoliert hat, hat die indische Kolonialzeit im Bereich Bildung positive Spuren hinterlassen.
Die im Vergleich zu China weniger rasante Entwicklung bedingt auch, dass es bisher zu keinem so eklatanten Fachkräftemangel kam, woraus folgt, dass Indien China im Bereich Engineering um einiges voraus ist.  Das Faktum, dass viele Inder – gerade die gebildete Schicht – fließend Englisch spricht, eröffnet darüber hinaus ganz andere Möglichkeiten der Diskussion und Entwicklungszusammenarbeit.

Produktivität:
Um eine Antwort auf die Frage zu erhalten, in welchem der beiden Länder die Produktivität der Fabrikarbeiter höher ist, sollte man Indien verlassen und einen Blick nach Dubai werfen. In Dubai arbeitet kein einziger indigener Dubaianer als Fabrikarbeiter, Arbeiten dieser Art werden meist von Gastarbeitern aus den verschiedensten Ländern ausgeführt: Thailand, Phillipinen, Malaysia, Sri Lanka, China und Indien. Im Vergleich zwischen indischen und chinesischen Arbeitskräften stellt sich dabei heraus, dass in Indien oftmals zwei Arbeitskräfte die Arbeit ausführen, die ein Chinese in mindestens der selben Zeit, wenn nicht sogar schneller, schaffen würde.
Vor zwei Monaten hatte Herr Maling auf dem Flug von Dubai nach Shanghai die Gelegenheit, sich mit dem Vize-Präsidenten von Mammut Dubai zu unterhalten, der Herrn Maling in dieser Annahme vollkommen bestätigte. In seinen Augen ist das größte Problem der chinesischen Arbeitskräfte nicht Produktivität oder Bildung, sondern, dass sie die englische Sprache nicht beherrschen. Deswegen gibt es in Dubai Personalagenturen, die den Fertigungsbetrieben chinesisch-englischsprachige Aufseher und Arbeiter  zur Verfügung stellen, um Kommunikationsprobleme zu lösen und damit die vollständige Abgabe von Fertigungsaufgaben an chinesische Arbeitnehmer erlauben. Die Agenturen werden dabei pro gefertigtem Stück und nicht nach Arbeiterstunden bezahlt – dadurch sinken die Produktionskosten der Auftraggeber oft um bis zu 50 %.
Die Fabrikbesitzer in Indien wissen jedoch um um die Produktivitätsschwäche “ihrer” Angestellten und setzen daher deutlich mehr auf Automatisierung und intelligente Lösungen als die chinesische Konkurrenz. Diesem Umstand ist auch geschuldet, dass die Dichte an Lösungen, Raffinesse und moderner Prozessorientierung, die man in Indien findet, der in China oft weit überlegen ist.

Wie man an diesem Artikel erkennen kann, sind China und Indien zwei unterschiedliche Kulturen, die in den letzten 100 Jahren komplett andere Entwicklungen durchlaufen haben - aufgrund dessen haben sich auch gänzlich unterschiedliche Lieferantenlandschaften gebildet. Ganz allgemein gesprochen ist China derzeit mit Sicherheit der universellere Markplatz, aber ist er auch für alle Produkte der bessere? Auch Indien kann - abhängig von den Anforderungen - eine sehr interessante Sourcing-Quelle sein und das nicht nur bei Gewürzen, Tee oder Öko-Baumwollprodukten. Auch anspruchsvolle Produkte, die viel technisches Verständnis und Know how erfordern, lassen sich vor Ort zu wettbewerbs-fähigen Konditionen beschaffen. Besonders für die diversen Facetten des Business Process Outsourcings ist Indien ein Eldorado – ein Bereich, in dem China noch überhaupt nicht konkurrenzfähig ist.

Seit dem 01.08.2009 unterstützt Sie sourceit mit einer Repräsentanz vor Ort in Mumbai auch beim Sourcing in Indien. Wenden Sie sich an uns – wir helfen Ihnen gerne weiter!

China - Politik / 08.07.2009

Ökosteuern in China?

Auch China nimmt die Umwelt-Thematik immer genauer in den Blick - künftig sollen Unternehmen Abgaben für von ihnen verursachte Unweltschäden zahlen.
"Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, werden wir ein Umweltsteuersystem für stark emmittierende Firmen starten", so Zhang Lijun. Ganz neu ist dieser Gedanke nicht: Schon seit Jahren drängt das chinesische Umweltministerium darauf, dass der Umweltschutz einen Niederschlag im Steuersystem findet, bisher scheiterte dieses noble Vorhaben aber an der Industrie-Lobby. Zur Folge hatte dies bisher, dass China den traurigen Titel für sich beanspruchte, 16 der 20 am stärksten verschmutzten Städte der Welt zu beherbergen (Quelle: Weltbank) und der größte Emittent von Treibhausgasen zu sein.
Damit soll jetzt Schluss sein: "Die Förderung von konstantem, relativ hohem Wirtschaftswachstum und Umweltschutz gehören zusammen", so Zhang. Dies sind nicht nur leere Worte. Der Umweltschutz ist Teil des laufenden Fünf-Jahres-Planes und es sind hohe Investitionen in die Modernisierung von Produktionsprozessen, Energiegewinnung und Abwasserreinigung geplant. Bis 2020 sollen bis zu 440 Milliarden USD in regenerative Energien investiert werden und das Faktum, dass für Neubauen in China seit einiger Zeit verschärfte Regeln für die Energieeffizienz gelten, deutet in Verbindung mit dem immer noch anhaltenden Bauboom in China darauf hin, dass in der Branche rund um erneuerbare Energien ein enormes Wachstumspotential steckt. Auch das Umweltministerium nimmt immer mehr an Durchsetzungskraft zu, seit November 2008 hat die Behörde ihr neues Vetorecht schon 29mal eingesetzt und damit den Bau von Kraftwerken, Stahlschmelzen und Chemiefabriken verhindert.
sourceit legt großen Wert auf Umweltschutz bei der Beschaffung aus Asien und minimiert durch Green Sourcing schädliche Einflüsse auf die Umwelt. Dies fängt bei der Lieferantenauswahl an, bei der sourceit neben betriebswirtschaftlichen auch Umweltkriterien einen hohen Stellenwert zumisst, und zieht sich über die Auswahl des jeweils ökologisch und wirtschaftlich günstigsten Transportmittels bis hin zur letztendlichen Entsorgung des Produkts.

China - Wirtschaft und Politik / 02.07.2009

Führt das chinesische Konjunkturpaket zu einem Protektionismus?

Ein am 01.06.2009 ergangener Erlass der chinesischen Regierung fordert die lokalen Behörden des Landes auf, das chinesische Konjunkturpaket in Höhe von 420 Milliarden Euro bevorzugt in Produkte chinesischer Unternehmen zu investieren.

Noch im Februar diesen Jahres hat Peking die "Buy America"-Klausel der amerikanischen Regierung, die den selben Inhalt wie der jetzige Erlass hat, harsch kritisiert und dieses Vorgehen als kontraproduktiv zur Überwindung der globalen Wirtschaftskrise bezeichnet. Nun steuert die chinesische Regierung den selben Kurs ein: Erzeugnisse aus dem Ausland, die mit Hilfe des Konjunkturpakets finanziert werden sollen, dürfen nun nur noch mit Genehmigung der zentralen Planungsagentur oder anderen zuständigen Behörden beschafft werden. Wie mit ausländischen Unternehmen mit Niederlassungen in China verfahren wird, ist derzeit noch nicht geklärt.
Konkret heißt es auf Seite drei der Bestimmung:
"Bei Investitionsprojekten der Regierung gilt - ausgenommen Bauten, Produkte und Dienstleistungen des Beschaffungswesens, die im Inland nicht oder nicht zu vernünftigen Handelskonditionen zu bekommen sind - dass einheimische Produkte beschafft werden sollen. Tatsächlich benötigte Import-Warenbeschaffungen müssen gemäß den nationalen Regularien vor der Durchführung der Beschaffung von den zuständigen Behörden geprüft und genehmigt werden" (Quelle: http://www.ndrc.gov.cn/zcfb/zcfbtz/2009tz/t20090604_284262.htm, nur in Chinesisch).
Die internationale Presseresonanz auf die "Buy China"-Klausel ist alles andere als positiv, es ist sogar von "Protektionismus" die Rede. Eigentlich darf China als Mitglied in der Welthandelsorganisation (WTO) ausländische Produkte nicht diskriminieren - doch darüber, ob davon auch staatliche Projekte betroffen sind, wurde bisher noch nicht gesprochen.

Steuer-Rückerstattung / 15.06.2009

Erhöhung der Umsatzsteuer-Rückerstattung bei 600 Produkten

Mit Erlass Nr. 88 hat das chinesische Finanzministerium Erhöhungen bei der Umsatzsteuer-Rückerstattung bekanntgegeben. Die neuen Steuersätze gelten rückwirkend zum 01.06.2009.
Durch die neuen Erstattungssätze können diverse Produkte nun günstiger auf dem Weltmarkt angeboten werden. Beispiele hierfür sind:

1. Sendeanlagen für Fernseher und Nähmaschinen: jetziger Erstattungssatz 17 %
2. Konserven, Fruchtsaft, Seide und weiterverarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse, elektrische Zahnradpumpen, mechanische und elektrische Produkte, optische Instrumente und Messgeräte, Insulin und andere Medikamente, Taschen, Schuhe und Hüte, Regen- und Sonnenschirme, Haar-Produkte, Spielzeug und Möbel: jetziger Erstattungssatz 15 %
3. Kunststoffe, Keramik, Glas, aquatische Produkte, Drehwerkzeuge: Erstattungssatz 13 %
4. bestimmte Stahl-Legierungen, Eisen- und Stahlerzeugnisse, Scheren: jetziger Erstattungssatz 9 %
5. Maisstärke und Alkohol: jetziger Erstattungssatz 5 %
Für 31 Produkte werden die vorläufig festgelegten Ausfuhrzölle sogar ganz abgeschafft, darunter Draht und Schwefelsäure. Auch kleiner und mittlerer Profilstahl sowie Produkte aus dem Düngemittel-Bereich sind von der Neuregelung betroffen.

Leider liegen keine schriftlichen Informationen auf deutsch vor, der Beschluss existiert nur in Chinesisch. Sollten Sie aber Fragen zu den neuen Erstattungssätzen haben, dürfen Sie sich gerne jederzeit an uns wenden.

Metallteile aus China / 08.01.2009

Anti Dumping-Zoll auf Verbindungselemente aus Eisen oder Stahl: Inkrafttreten spätestens am 09. Februar 2009

Nun ist es definitiv klar: Die Einführung der endgültigen Zölle auf Verbindungselemente wird bis spätestens 09. Februar 2009 erfolgen.
Wer bisher noch Hoffnung hatte, dass das Verfahren um den Anti Dumping-Zoll auf Verbindungselemente möglicherweise wieder im Sande verläuft oder sich wenigstens noch in die Länge zieht, wurde heute eines Besseren belehrt. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit heute bekanntgab, wird die Einführung endgültiger Zölle bis spätestens 09. Februar erfolgen. Somit findet ein fast eineinhalbjähriges Verfahren seinen (für viele unerfreulichen) Abschluss. Die Veröffentlichung der Einleitung eines Anti Dumping-Verfahrens fand erstmalig am 09.11.2007 im Amtsblatt der Europäischen Union mit der Nummer C267/31 statt.
Ob auch Ihr Lieferant den Höchstsatz von 87,3 % entrichten muss, wird sich ebenso im Februar herausstellen. Einige wenige Lieferanten erhalten von der Regierung Vergünstigungen und müssen nicht den vollen oder sogar überhaupt keinen Zoll entrichten - wir raten Ihnen jedoch, nicht darauf zu setzen, sondern sich schon jetzt um neue Quellen zu bemühen.
Wer also derzeit betroffene Produkte aus China bezieht, sollte schnellstmöglich einen Lieferanten in einem anderen asiatischen Land identifizieren. Dabei können wir Ihnen gerne helfen.

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Quelle: EZB, alle Angaben ohne Gewähr.